ATELIER ETTL

Atelier Ettl 1996

 

Neben seinem Bildwerk, seinen Skulpturen und seinen monumentalen werken, brachte Ettl unter dem Label « Atelier Ettl » eine Reihe verschiedenster Arbeiten in Serienanfertigung heraus. Es handelt sich hierbei um Drucke, Zeitschriften, Objekte, Möbel und Haushaltsgeräte, welche für ihn von gleicher Bedeutung sind wie seine übrigen Arbeiten.

Eine Ausstellung im Jahr 1996 im Château d'Angers (berühmt für seine Wandteppiche der Apokalypse) nimmt Ettl zum Anlass die « Babylon » Tapete zu entwerfen, welche jetzt im Handel per Versandkatalog  erhältlich ist.

Ettl verteidigt Massenproduktion als künstlerisches Mittel und legitimiert diese, indem er sich auf unser Zeitalter der Industrie, in der wir leben, bezieht. Seine Erstausbildung zum Maschinenbau und Industriedesign beeinflussten erheblichen diese Anschauungsweise. Die Art und Weise jedoch wie Ettl dieses Thema angeht, beurteilt man am besten danach, mit welcher Sorgfalt er jedes einzelne Objekt behandelt und der Verweigerung Serien oder Auflagen zu begrenzen oder gar Erst- und Folgeauflagen unterschiedlich zu bewerten. Ettl, ebenso Philosoph wie Künstler, verteidigt mit logischen Argumenten die Stellung seiner Kunst in der Gesellschaft. Demzufolge verbreitet er seinen ästhetischen Aspekt der Kunst eher in einer demokratischen als elitären Weise. Er möchte glauben, daß Künstler unser täglichen Leben "verbessern" können, uns eine andere Anschauungsweise, ein anderes Erlebnis vermitteln können als nur eine soziale oder häusliche Existenz, so daß man Dinge sowohl optisch als auch intellektuell, direkt oder durch unsere Kultur gefiltert, sowohl sinnvoll als auch rätselhaft wahrnimmt.